26.01.2018 – Der dritte im Bunde ist Thomas Forc. Wir haben uns eine Stunde mit ihm unterhalten.

Was ist Ihr Arbeitscredo?

„Will man Schweres bewältigen, muss man es leicht angehen.“

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Warum wollten Sie Steuerberater (StB) werden?

Das war kein tatsächlicher Wunsch – ursprünglich wollte ich ein „Informatik-Nerd“ werden.
Meine Eltern hatten in einem Zeitungsartikel gelesen – ich komme gebürtig aus dem Sauerland, aus Altena/Westfalen – , dass man eine duale Ausbildung beim Finanzamt machen könne. Daraufhin habe ich mich  in meinem jugendlichen Leichtsinn beworben und wurde direkt genommen. Ich konnte mir unter dem Beruf eines Finanzbeamten gar nichts Richtiges vorstellen. In drei Jahren wird sehr viel Stoff gelehrt. Die duale Ausbildung war sehr hart, aber ich war positiv überrascht. Gelernt wurde im Schloss Nordkirchen bei Münster. Parallel dazu habe ich in Altena die Ausbildung beim Finanzamt gemacht. Anschließend bin ich beim Finanzamt Krefeld beruflich gestartet und bin nach Duisburg gezogen.

Da ist man aber noch lange kein Steuerberater?

Nein, das ist erst die Vorgeschichte.
Mir hat die Ausbildung gut gefallen, aber ich war von Anfang an eher daran interessiert, für die „andere Seite“ zu arbeiten, um Menschen steuerlich beraten zu können. Die Ausbildung zum StB habe ich an einem privaten Fortbildungsinstitut gemacht und die Prüfung 2008/2009 bestanden. Danach bin ich aus der Finanzverwaltung ausgeschieden und habe als Angestellter bei PKF Fasselt Schlage, einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, gearbeitet. Anschließend war ich in Krefeld bei der Hennecken Gruppe tätig.

Wie kamen Sie zur Kanzlei Eggeling und Partner Steuerberater mbB?

Durch einen Zufall.
2014 habe ich Frau Wadewitz in Düsseldorf bei der Steuerberaterkammer kennengelernt. Wir waren beide in einem Ausschuss für die Steuerfachangestelltenprüfungen: Frau Wadewitz als Vertreterin der Arbeitgeber und ich für die Arbeitnehmer. Und dann kam eins zum anderen…

Was ist Ihr Schwerpunkt?

Begonnen habe ich als Allrounder.
Am Anfang war ich vor allem Ansprechpartner für die Mitarbeiter. Mein Schwerpunkt hat sich erst später durch meinen „Fachberater für internationales Steuerrecht“ herauskristallisiert. Ich wollte und will die internationale Beratung stärker in der Kanzlei etablieren. Gerade hier in Düsseldorf-Oberkassel ist die Internationalität zu Hause. Wenn z.B. ausländische Arbeitnehmer hierhin entsendet werden oder hier schon länger arbeiten, möchte ich, dass man diese optimal betreut.

Was ist das Reizvolle an Ihrem Beruf?

Dem Mandanten in jeder Situation zu helfen.
Wir dürfen nicht nur den wirtschaftlichen und den steuerlichen Bereich betrachten, sondern müssen auch die menschlichen Aspekte berücksichtigen.

Gibt es reizloses an diesem Beruf?

Nein, in der Regel nicht.
Der Beruf des Steuerberaters beinhaltet viel Abwechslung. Es kommen immer wieder neue Sachverhalte beim Mandanten vor, so dass es von Jahr zu Jahr spannender wird. Man begleitet Menschen ja auf Ihrem Lebensweg und es ist interessant, deren Entwicklung über Jahre mitzuerleben.

Gibt es im Büro eine Kleiderordnung?

(lacht) Wir haben keinen wirklichen Dresscode.
Wir achten aber schon darauf, dass unsere Mitarbeiter gepflegt aussehen. Es muss nicht immer die Krawatte sein, aber die zerrissene Jeans sollte lieber im Schrank bleiben.

Was sind die Alleinstellungsmerkmale von Eggeling und Partner?

Unsere Homepage zeigt sehr deutlich auf, wo unsere USP´s (unique selling propositions) liegen.
Meines Erachtens nach sind wir im Heilberufebereich führend. Mein Partner Christian Leiendecker hat eine Spezialausbildung genossen und ist Fachberater. Zusätzlich haben wir langjährige, teils jahrzehntelange Mandate aus dem künstlerischen Bereich. Unsere Mitarbeiter sind besonders darauf geschult, diese Zielgruppe „an die Hand zu nehmen“ und steuerlich bestens zu beraten. Ich möchte nun den internationalen Kundenbereich stärker ausbauen. Wir akquirieren aktuell mehr Inbound-Fälle. Wir beraten also nicht nur ausländische Arbeitnehmer, sondern speziell auch Firmen, die hier Fuß fassen möchten, z.B. in Form von Kapitalgesellschaften.

Was ist am Standort Düsseldorf-Oberkassel besonders?

Oberkassel ist international äußerst beliebt, da der Stadtteil eine gehobene Infrastruktur bietet.
Oberkassel durchlebt, wie auch das benachbarte Niederkassel, einen stetigen Wandel in puncto Internationalität. Menschen und Familien aus verschiedenen Ländern (Japan, China, Spanien, Belgien, Frankreich, Italien) haben hier ein neues Zuhause gefunden. Darüber hinaus sind in Oberkassel viele Freiberufler, insbesondere Rechtsanwälte, Grafiker, Designer, Werbefachleute angesiedelt und Künstler haben hier ihre Ateliers. Durch unsere Vielseitig-  und Vielsprachigkeit können wir fremdsprachigen Menschen behilflich sein. Wir erleichtern ihnen den Einstieg ins Berufs- und Alltagsleben. Bezogen auf Mandanten aus künstlerischen Bereichen sind wir zentraler Anlaufpunkt, um Ihnen den Rücken frei zu halten, damit Sie mehr Zeit haben für ihre kreative Arbeit.

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Ich verstehe meine Steuererklärung und die nachfolgende Rechnung manchmal nicht. Was tun sie, um Kunden „Fragen rund um die Steuern“ zu beantworten?

Wir bieten jedem Mandanten nach Fertigstellung der Unterlagen ein Vier-Augen-Gespräch an.
Ich finde das wichtig, da man so alles erklären kann. Am Telefon geht das nicht gut. Was die Gebührenrechnung angeht kann man ebenfalls den angefallenen Aufwand darstellen. Natürlich bekommt nicht jeder einen Stundenzettel vorgelegt, aber wenn das gewünscht wird, geht auch das. Wir können jederzeit den Papier- und elektronischen Aufwand, den wir gegenüber dem Finanzamt hatten, transparent machen.

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Einer ihrer Schwerpunkte ist die Beratung von Existenzgründern. Wie begleitet Eggeling und Partner diese?

Das Erstgespräch ist immer kostenfrei.
Der Termin dauert so lange, wie der Mandant Fragen hat, gerne mal über eine Stunde. Wir nennen ihm diverse „Anlaufstellen“ z.B. die Bundesagentur für Arbeit, die Handelskammer, das Gewerbeamt, damit er Gründungszuschüsse oder Hilfe bei der Erstellung seines Businessplans bekommt.

Sie sind nun drei Partner. Haben sie unterschiedliche Aufgaben?

Mh! Ja und nein.
Christian Leinendecker deckt in erster Linie die Heilberufe ab. Norma Wadewitz ist Rating Advisor. Sie macht die Analysen der Jahresabschlüsse, kann die Kennzahlen sehr schnell über Bilanzen erheben, darstellen und in Worte fassen. Das ist für den Kunden wichtig, damit er Stärken und Schwächen seines Unternehmens oder seiner Dienstleistung sehen und entsprechend beeinflussen kann. Ich berate eher das internationale Klientel. Die Grenzen sind natürlich schwimmend.

Wie agieren sie menschlich zusammen?

Gut. Sehr gut.
Wir sind sehr schnell zu einem Team zusammengewachsen, tauschen uns regelmäßig aus und behalten immer den Fokus auf die wichtigen Punkte.

Wie treffen sie Entscheidungen?

Immer gemeinschaftlich.
Es müssen immer drei Ja- oder drei Nein-Stimmen sein.

Was bedeutet eine Partnerschaft für Sie? Das ist ja eine Art Ehe mit einer Firma beziehungsweise deren Partnern.

Mein Job macht mir sehr viel Spaß.
Meine Arbeit hat sich natürlich verändert. Ich agiere nun produktiv und organisatorisch. Es sind neue Themen hinzugekommen: Personalorganisation, Verwaltung, Praxismanagement. Natürlich trage ich nun viel mehr Verantwortung!

Was machen Sie in Ihrer Mittagspause?

Ich mache Spaziergänge, um den Kopf freizukriegen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich bin Ausdauer- und Kraftsportler.
Ich laufe viel. Das Höchste war mal ein Halbmarathon, mehr schaffe ich zeitlich, also trainingstechnisch nicht. Zudem spiele ich in einem Fußballverein, bei den Altherren vom Rot-Weiss Lintorf in Ratingen.

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Was wünschen Sie sich für Eggeling und Partner in der Zukunft?

Dass wir weiterhin so erfolgreich arbeiten, wie bisher.
Ich wünsche mir weiterhin gut ausgebildete, selbstständige Kollegen und, dass die Ausbildungstätigkeit weiterhin ein fester Bestandteil unseres Kanzleilebens bleibt. Pro Lehrjahr nehmen wir einen Lehrling. Mein Wunsch ist es auch die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Für Steuerberater gibt es eine „Agenda 2020“, das heißt, man sollte bis zum Jahre 2020 die Digitalisierungsprozesse innerhalb des Büros zur Vereinfachung des ganzen Papierkrams weitgehend abgeschlossen haben. Man kann das gut auf unserer Homepage nachlesen. Auch wünsche ich mir, dass wir weiterhin wachsen. Ich könnte mir vorstellen, weitere Niederlassungen in anderen Städten aufzumachen.

Das Interview führte Eva Heller.